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Die Nachteile einer mobilen Variante anstelle von Responsive Design

Spätestens seit dem Google mobile Update wissen wir alle, dass wir auf eine mobile Website nicht mehr verzichten können. Einige Webmaster haben kurz vor oder nach dem Update noch schnell ihre Seite umgestellt. Doch nicht alle haben Responsive Design genutzt. Ich selbst kenne auch solche Fälle und immer öfters werden hier die Nachteile ersichtlich.

Der Unterschied: mobile Variante statt Responsive Design

Kurz vorweg: mit einer mobilen Variante meine ich eine Website, die ihre mobile Variante ausgelagert hat. D.h. das diese z. B. über eine anderes Verzeichnis wie www.meine-domain.de/mobile/ oder über eine Subdomain (z. B. mobile.meine-domain.de) erreichbar ist.

Beim Responsive Design ist es ja so, dass die URL selbst immer gleich bleibt. Nur der Inhalt passt sich der Größe des Endgerätes an. Und genau hier haben wir schon unseren ersten Nachteil bei der mobilen Variante.

Nachteil 1: Unterschiedliche Gerätegrößen

Wer sich für eine separate mobile Version seiner Website entscheidet, muss sich auch für gewisse Gerätegrößen entscheiden. Hierin liegt zugleich der Vorteil und der Nachteil dieser Variante. Denn, wenn ich meine Website nur für bestimmte Gerätegrößen/-typen konfigurieren muss, ist dies deutlich einfacher. Zumindest meist einfacher umsetzbar als ein Responsive Design.

Jedoch habe ich dann auch das Problem, dass ich nicht alle Größen mit aufnehmen kann. Ihr wisst ja selbst, wie viele unterschiedliche Smartphones es auf dem Markt gibt. Alleine beim iPhone gibt es mehrere.

Bildschirmfoto 2015-12-14 um 10.20.21Da bei der mobilen Variante nicht auf alle Gerätegrößen optimiert werden kann, muss vorab eine Auswahl getroffen werden. Diese kann z. B. Anhand der Statistik-Daten erfolgen, wie sie in Analytics enthalten sind.

In dem Bild rechts wird deutlich, welches die Geräte sind, mit der die Website am häufigsten aufgerufen wird. In diesem Beispiel ist es das iPhone (ungeachtet der Version) und das Samsung Galaxy S5. An 5ter Stelle kommt auch schon das Galaxy S5 mini, welches ein kleineres Display hat. Jetzt kann sich der Webmaster natürlich überlegen, ob er all diese Größen (und noch mehr) mit aufnehmen will, oder ob er sich auf bestimmte konzentriert.

Egal, wie die Wahl ausfällt, einige Gerätegrößen werden unter den Tisch fallen und genau diesen Usern wird die Website eben nicht so dargestellt, wie es mithilfe von Responsive Design möglich wäre – schade!

Nachteil 2: doppelter Content

Das Google kein Fan von doppeltem Content ist, wissen wir bereits. Bei einer mobilen Variante der Website entsteht jedoch dieser. In einem solchen Fall haben wir den gleichen Inhalt z. B. auf:

  • meine-domain.de/produkte/
  • meine-domain.de/mobile/produkte/

Und im aller schlimmsten Fall wurde sogar noch eine dritte Variante eingebaut, nämlich

  • meine-domain.de/desktop/

Einige werden jetzt vielleicht sagen, dass Google mittlerweile sehr gut mit doppeltem Content umgehen kann. Vielleicht sagt der ein oder andere sogar, dass das nicht weiter schlimm ist, aber das stimmt nicht. Natürlich geht die Welt davon nicht unter. Aber es ist auch nicht die saubere Art und Weise. Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, der muss den doppelten Content mithilfe des Canonical kennzeichnen.

Gehen wir weiterhin von den drei Versionen aus (ohne, mobile und desktop). Dann müsste der Canonical in dem Verzeichnis „mobile“ und „desktop“ integriert werden. Beide Verzeichnisses müssten dann auf das Verzeichnis (ohne) verweisen. So müsste der Canonical dann aussehen:

<link rel=“canonical“ href=“http://www.meine-domain.de/produkte/“ />

Bei größeren Websites wird der Tag in der Regel nicht manuell integriert. Technisch ist die Integration meist auch nicht sooo schwierig. Dennoch versteckt sich hier ein hohes Gefahrenpotenzial. Ist der Canonical nicht richtig integriert, kann Google die Zuordnung nicht richtig vornehmen. Dies wiederum kann dazu führen, dass keine URL indexiert wird, oder gute Rankings bekommt.

Nachteil 3: Websitepflege / Weiterleitungen

SmartphonesTabletsGerade eine große Website braucht viel Pflege. Die Contentpflege selbst ist gar nicht so das Problem. Eigentlich läuft es so ab, dass in der einen Variante etwas geändert und automatisch in der mobilen übernommen wird. Viel Problematischer wird es, wenn z. B. eine Seite/URL wegfällt.

Nehmen wir mal an, wir haben eine größere Website mit den drei Verzeichnissen (ohne, desktop und mobile). Außerdem hat diese Website nicht nur eine Sprache sondern gleich drei (z. B. de, en, fr). Die Betreiber der Website haben festgestellt, dass das Produkt xy nicht mehr läuft und nehmen es aus dem Sortiment. Gleichzeitig fällt natürlich auch die URL  auf der Website raus. Damit Google jetzt nicht meckert, muss eine Weiterleitung her. Doch nicht nur eine, sondern gleich drei für jede Sprache.

Und so könnten die Weiterleitungen aussehen:

  • Redirect /produkte/produkte-xy/ http://www.meine-domain.de/produkte/
  • Redirect /mobile/produkte/produkte-xy/ http://www.meine-domain.de/mobile/produkte/
  • Redirect /desktop/produkte/produkte-xy/ http://www.meine-domain.de/produkte/
  • Redirect /en/products/product-xy/ http://www.meine-domain.de/en/products/
  • Redirect /en/mobile/products/product-xy/ http://www.meine-domain.de/en/mobile/products/
  • Redirect /en/desktop/products/product-xy/ http://www.meine-domain.de/en/products/
  • Redirect /fr/produits/produit-xy/ http://www.meine-domain.de/fr/produits/
  • Redirect /fr/mobile/produits/produit-xy/ http://www.meine-domain.de/fr/mobile/produits/
  • Redirect /fr/desktop/produits/produit-xy/ http://www.meine-domain.de/fr/produits/

Wie ihr seht, ist das ziemlich aufwändig. Denn eine kleine Änderung in der URL löst sofort ein Problem bei mehreren anderen URLs aus. Zum Glück gibt es die Google Search Console in der ersichtlich wird, welche URLs ggf. noch nicht weitergeleitet werden.

Fazit: Responsive Design erleichtert uns so einiges

Allein wegen diesen drei Nachteilen bin ich ein großer Freund vom Responsive Design. Der Arbeitsaufwand ist zwar im ersten Moment etwas höher, dennoch lohnt es sich. Denn ihr seht ja, wie aufwändig im Nachhinein die Pflege ist.

Wie sieht es bei euch aus? Für welche Variante: separate mobile oder Responsive Design seid ihr und warum?

4 Kommentare:

  1. Servus Sabrina,

    toller Artikel, gut geschrieben 🙂

    Allerdings kann man so nicht immer sagen bzw. machen. Der doppelte Inhalt ist hier sicherlich die größte Herausforderung, aber auf jeden Fall lösbar und auch durch Google & Co. absolut einzuordnen. Ich finde, in einigen Fällen ist eine mobile Version sinnvoller. z.B. bei einem Shop, einer Seite, die Produkte / Dienstleistungen verkauft, die kaum oder gar nicht über das Smartphone gekauft werden. Hier kann man den gesamten Fokus der Seite ändern und auf Kontaktaufnahme, Weiterempfehlung oder Speichern für später auslegen. Außerdem machen viele mobile Versionen den Fehler, Inhalte falsch auszublenden oder haben dann gleich mehrere H-Auszeichnungen im Einsatz (inkl. ausgeblendeten Versionen).
    Deshalb sind auch beide Varianten nicht immer zu 100% zu empfehlen. Es kommt eben darauf an, was ich mit der Seite machen will. Für deine Webseite z.B. sehe ich das Responsive Design als sinnvollste Lösung an. Für eine Seite wie Zalando (zugegeben etwas übertrüben) sehe ich eine mobile Version als bessere Option. Letztendlich muss man immer abwägen, was man will und wie viel Geld und anschließende Pflege-Ressourcen man hat.
    lg

  2. Sehe ich genauso. Responsiv Design funktioniert einfach, ohne viel Arbeit damit zu haben. Ich wüsste nicht warum ich eine mobile Seite verwenden soll.

    Da würde mich mal interessieren, was dann eigentlich dir Vorteile eine mobilen Seite sind?

  3. Pingback: Der SEO-Blog-Wochenrückblick KW 51 | SEO-Trainee.de

  4. 100 Punkte. Responsiv ist Trumpf.
    „Ich finde, in einigen Fällen ist eine mobile Version sinnvoller. z.B. bei einem Shop, einer Seite, die Produkte / Dienstleistungen verkauft, die kaum oder gar nicht über das Smartphone gekauft werden. “
    Auch hier gibt es entsprechende Lösungen – einfach je nach device ausgelegt. Kein Problem.

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