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Rezension: Gimp 2.8 – das Videotraining

Grafiken finde ich im Netz unheimlich wichtig. Sie vermitteln uns Informationen auf einem ganz einfachen und verständlichen Weg. Da ich der Typ bin, der möglichst viel alleine können will, arbeite ich mich stetig in das Bildbearbeitungsprogramm von GIMP ein. GIMP aus dem Grund, weil es kostenlos ist und ich als Anfänger keine großen Kosten möchte. Vor einiger Zeit habe ich euch das Handbuch dazu bereits vorgestellt. Leider lieferte mir dieses nicht alle notwendigen Lösungen, die ich brauchte. Deshalb habe ich mir zusammen mit einem Grafiker-Kollegen das Videotraining angesehen. 

Mir war es wichtig, dass nicht nur ich als Laie etwas lerne. Viel mehr sollte der „Fachmann“ beurteilen, ob das Videotraining was taugt, oder nicht. Immerhin hat man als Profi ganz andere Anforderungen an so ein Training. Die folgenden Worte stammen somit von meinem lieben Kollegen 😉

Erwartungen

Bevor ich mit dem Videotraining begonnen habe, stellte ich einige Erwartungen. Die wohl wichtigste war, dass mir das Training dabei hilft von Photoshop auf GIMP umzusteigen. Seid fast sieben Jahren arbeite ich mit Photoshop und ich habe mehrere Male versucht mit GIMP auf eigene Fast zu arbeiten, doch die Arbeitsweise und die Bedienung von Photoshop hat sich tief eingebrannt, sodass ich jedesmal aufgeben musste.

Deshalb war die zweite Erwartung, dass mich das Videotraining bei der Hand nimmt und mir schritt für Schritt in die Arbeitsabläufe eines GIMP-Nutzers führt. Natürlich erwarte ich von einem teuren Training mehr, als von den zahlreichen Tutorials.

Und drittens erwartete ich, dass mir das Training die wichtigsten und häufigsten Funktionen und Techniken beibringt. Was interessiert es mich schließlich, wie man irgendeinen Effekt anwendet; die entsprechende Funktion finde ich schon selber irgendwie. Aber genaue Erklärungen der grundlegenden Funktionen und ganze Arbeitsabläufe, sind es wert gezeigt zu bekommen.

Erster Eindruck

Die Verpackung verspricht viel. Das Training ist in 12 Kapitel unterteilt, die jeweils 6 bis 11 Videos enthalten, die insgesamt über 15 Stunden Spielzeit enthalten. Die Themen finde ich mal mehr mal weniger interessant. Als Webdesigner brenne ich nicht unbedingt darauf, zu lernen, wie man eine Portrait-Retusche macht oder „edle“ Schwarzweiß-Effekte erstellt. Andere, grundlegendere Themen, wie „Einführung in die digitale Bildbearbeitung“ und „GIMP für Grafiker und Illustratoren“ scheinen dagegen sehr interessant zu sein. Im Großen und Ganzen wird viel Lernmaterial versprochen.

Ein weiterer Pluspunkt: Das Training läuft nativ auf Linux. Alles andere wäre allerdings eher merkwürdig, da GIMP gerade für Linux-Anwender interessant ist. Nachdem die DVD eingelegt ist, habe ich die Möglichkeit über eine html-Datei das Training in meinem Browser zu starten.

Navigation

Die Navigation ist überraschend übersichtlich und bequem. Hat man das erste Video gestartet, kann man theoretisch das gesamte Training in einem Rutsch durchgucken, da die einzelnen Lerneinheiten fließend in einander übergehen. Trotzdem bildet jeder Abschnitt eine in sich abgeschlossene Lerneinheit. Anhand der übersichtlichen Navigation (Inhaltsverzeichnis), des umfangreichen Index und der Suche, kann man jederzeit zu einem beliebigen Thema springen und erhält direkt die relevanten Informationen.

Innerhalb eines Videos sitzen auf der Zeitleiste kleine beschriftete Fähnchen, die einzelne Punkte oder Themen markieren, die an dieser Stelle angesprochen werden. So ist es ein Leichtes, sich innerhalb eines Videos zurechtzufinden, ohne wahllos hin und her zu klicken, auf der Suche nach einer bestimmten Stelle.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit an jeder beliebigen Stelle eigene Lesezeichen und zu setzen. So kann man für sich relevante Stellen speichern und jederzeit aus dem Lesezeichen-Menü wieder aufrufen.

Ein weiteres angenehmes Feature ist die Markierung, die bei jedem Kapitel und Thema anzeigt, ob man es bereits komplett, nur zum Teil oder gar nicht gesehen hat. So kann man sich Thema für Thema durch das gesamte Training hangeln und sieht sofort seinen Fortschritt.

Inhalt

Das Videotraining ist umfangreich und bietet für jemanden, der noch keine oder wenig Erfahrung mit GIMP hat, alles was man braucht: Einstellungen, Bedienung, Workflow, Werkzeugpalette, Bildbearbeitung, Retusche, Komposition und vieles mehr. Man muss auf jeden Fall viel Zeit mitbringen. Denn anders als ein Buch, kann man nicht mal eben ein paar Kapitel überfliegen und sich einen groben Eindruck verschaffen, was drin ist; man muss entweder gezielt ein Thema, das einen interessiert ansteuern oder die Geduld aufbringen, sich alles anschauen. So anstrengen, wie sich das vielleicht anhören mag, ist es aber keineswegs: Der Tutor ist zwar ausführlich, aber er schweift nie ab oder verzettelt sich – Schnitt und Vorbereitung sind sehr gut.

Zusätzlich zu den Videos, ist Übungsmaterial auf der DVD enthalten. Zu jedem der zwölf Kapitel, findet man einen Ordner, in denen sich Dateien befinden, die für die jeweiligen Übungen benötigt werden. Die Dateien und Übungen entsprechen den Beispielen und Erklärungen aus dem Video, sodass man das Gesehene direkt umsetzen kann.

Fazit

Bei „GIMP 2.8 – Das umfassende Training“ ist der Name Programm: Es ist kein Nachschlagewerk. Es eignet sich nicht für jemanden, der das Programm bereits beherrscht und nur eine Referenz braucht. Es ist ein Training, das einen Ein- oder Umsteiger tatsächlich bei der Hand nimmt und Schritt für Schritt in die Bildbearbeitung mit GIMP einführt. Die Navigation und Bedienung ist hervorragend und lässt keine Wünsche übrig. Die Themen sind umfangreich und detailiert. Meine Erwartungen hat dieses Produkt bereits erfüllt und ich freue mich auf die nächsten Kapitel.

4 Kommentare:

  1. Du bist ja nun bereits ein PS-User gewesen, hast also dementsprechend Erfahrung mit Bildbearbeitungssoftware gesammelt.

    Sagt mir deine Bewertung des Videotrainings konkret, dass ich als Einsteiger gut damit arbeiten kann?

    • Also ich kam mit dem Training wirklich gut zurecht. Besser, als mit dem Buch. Letztlich kommt es wohl auf die Aufgabe drauf an 😉

    • Hallo Benni,

      hier ist der besagte Grafiker-Kollege 😉

      Um kurz auf deine Frage zu antworten: Ja.
      Genauer: Ich finde diese Form des Trainings ist am Besten dazu geeignet etwas Neues zu lernen. PS wurde mir damals von einem ausgebildeten Lehrer beigebracht und das lief im Grunde genau so ab, wie dieses Videotraining: Der Tutor macht etwas vor und erklärt, was dort geschieht und warum. Hinterher probiert man das gesehen selbst as. Das bleibt sitzen, weil man es sieht, hört und nachmacht. Mit einem Buch ist das etwas schwieriger. (Und mühseliger.)

      Dieses Videotraining macht das ziemlich gut, wie ich finde. Ob man nun keine Ahnung von Grafikbearbeitung hat oder keine Ahnung von GIMP, denke ich, dass diese DVD ein sehr guter Einstieg ist.

      Ich hoffe ich konnte deine Frage beantworten 🙂

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