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Mit Google AdWords die organischen Suchergebnisse verbessern

Ist es mittlerweile möglich mithilfe von AdWords Anzeigen die Rankings in den organischen Suchergebnissen zu verbessern?

Wie schön wäre es, wenn man nur ein paar Anzeigen schalten müsste, um seine Platzierungen zu verbessern. Bis vor kurzem war dies undenkbar, auch wenn es immer wieder Personen gab, die das Gegenteil behaupteten. Doch seit der Veröffentlichung der neuen Google Quality Rater Guidlines scheint das Undenkbare nun doch möglich geworden zu sein. 

Was hat sich in den Google Quality Rater Guidlines verändert?

Bildschirmfoto 2016-04-14 um 11.13.38Laut einem aktuellen Artikel vom SEO-Portal hat Google seine Richtlinien aktualisiert. Ein Punkt dabei ist, dass die Qualität noch wichtiger geworden ist. Im Detail bedeutet das, dass die Faktoren 1. Expertise, 2. Autorität und 3. Vertrauenswürdigkeit an Bedeutung für eine Website zugenommen haben.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die User-Experience. Also die Erfahrungen, die ein User mit der jeweiligen Seite macht. Je besser die Erfahrungen sind, umso besser wird die Seite bewertet. Für eine hohe User-Experience im positiven Sinne sorgt z. B. eine niedrige Absprungrate oder eine hohe Verweildauer. Auch die Anzahl an besuchten Seiten und die vollständige Durchführung einer Aktion (z. B. eine Newsletter-Anmeldung) gehören dazu. Je besser die User-Experience ist, umso höher ist die Vertrauenswürdigkeit.

Ok, so ganz neu ist das ja nicht. Wir wissen ja schon länger, dass die User-Experience ein wichtiger Faktor ist, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. Doch, dass der Faktor mittlerweile so einen großen Einfluss haben soll, war mir nicht bewusst. Viel mehr dachte ich, dass die Nutzererfahrung erst dann zum Tragen kommt, wenn man bereits in den Top 10 ist. Anscheinend habe ich mich geirrt und der Faktor hat mehr Power, wie bis vor kurzem vermutet.

Die tollste Seite bringt nichts, wenn …

Du kannst die tollste, schönste, funktionalste Seite haben. Eine Seite auf der jeder User super einfach alle Informationen findet, die er sich wünscht. Oder ganz bequem einen Prozess, wie einen Einkauf, tätigen kann. Doch diese tolle Seite bringt dir im ersten Moment nichts.

Sie bringt dir solange nichts, bis die Seite bekannt ist. Jedoch kann es sehr lange dauern, bis sie bei Google einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Drei Monate und länger sind keine Seltenheit mehr, bevor Google überhaupt reagiert. Mehr dazu erfahrt ihr auf tagseoblog.de.

Traffic mit AdWords steigern

Die tollste Seite bringt dir nichts, wenn sie keiner kennt. Um eine gewisse Bekanntheit zu erreichen, bedarf es entweder viel Zeit oder Geld. Wenn Zweites zur Verfügung steht, kann Google AdWords eine gute Möglichkeit sein. Durch die Schaltung der Anzeigen bei Google kannst du den Traffic deiner Seite steigern.

Bildschirmfoto 2016-04-14 um 10.58.39Traffic alleine bringt jedoch nicht viel. Nehmen wir mal an, du hast eine Website auf der du einen mega guten Rotwein anbietest. Du hast also nur Rotwein im Angebot, mehr nicht. Jetzt bringt es dir natürlich nicht viel, wenn du AdWords Anzeigen zum Keyword „Wein“ schaltest. Oder noch schlimmer zu „Getränke“, bzw. „alkoholische Getränke“. Denn dahinter kann sich alles verstecken. Bei solchen Keywords würdest du zwar massig an Traffic bekommen, jedoch würden diese User auch ganz schnell wieder verschwinden. Der eine, weil er lieber ein Bier hätte und der nächste weil er nach einem Weißwein sucht.

Du merkst schon, Traffic allein bringt nichts. Im Gegenteil, durch die hohen Absprünge und die kurze Verweildauer würde deine Seite vermutlich schlechter von Google bewertet werden.

Um mit Google AdWords die Nutzererfahrung zu verbessern, brauchst du zu aller erst die richtigen Keywords für deine Zielseite. Es müssen die richtigen Begriffe sein. Manchmal ist das nur ein einziger, manchmal sind es eine Handvoll Keywords. Wichtig dabei ist nur, dass sie spezifisch genug sind. D. h., dass sie genau die richtigen User auf deine Seite bringen. User, die hier das finden, was sie suchen. User,  die im Idealfall konvertieren 😉

Wie kann AdWords die Nutzererfahrung verbessern?

In dem Moment, wo die richtigen User auf der Seite sind, wird es auch für Google spannend. Denn die Suchmaschine misst die Userdaten. Diese Daten helfen dabei, die jeweilige Seite besser zu beurteilen. Je nachdem, wie die User auf die jeweilige Seite reagieren (Verweildauer, Absprungrate, weitere besuchte Seiten), wird sie von Google eingestuft. Wie genau diese Einstufung aussieht, kann ich dir leider auch  nicht sagen.

Bildschirmfoto 2016-04-14 um 10.33.45Damit du deine Seite aber selbst besser beurteilen kannst, empfehle ich dir, dir den Qualitätsfaktor aus AdWords anzusehen. Zwar besteht der Qualitätsfaktor aus mehreren unterschiedlichen Faktoren, wie der Anzeigenrelevanz, Klickrate und der Nutzererfahrung mit der Zielseite. Vor allem der letztere Wert ist in diesem Fall interessant. Denn er gibt Aufschluss darüber, wie die User deine Zielseite sehen und wie Google dieses Zusammenspiel beurteilt. Noch detaillierte Informationen findest du in Google Analytics. Auch hier lohnt sich der kritische Blick auf die Seite.

Sagt z. B. der Qualitätsfaktor, dass deine Zielseite die Erwartungen übersteigt und stehen in Analytics ebenfalls top Werte, hast du schon viel erreicht. Sagen die Daten jedoch etwas anderes aus, dann musst du die Website optimieren. Kleiner Tipp am Rande: ein A/B-Test kann (richtig angewendet) dabei helfen, die Seite langfristig zu verbessern.

Nur positive Werte steigern das Ranking

Vor ein paar Wochen hat ein sog. “Search Quality Senior Strategist” von Google gesagt, dass der „RankBrain“ zu den drei wichtigsten Rankingfaktoren gehört. Und da mit dem Rankbrain die Nutzererfahrung gemeint ist, lohnt es sich, genau auf diese Werte hin zu optimieren. Denn ein zufriedener User ist einer der wiederkommt und erneut kauft. Das ist ein User, der dein Produkt auch offline weiter bekannt gibt.

Viele zufriedene User können somit deinen „RankBrain-Wert“ steigern. Was wiederum zu einer besseren Platzierung deiner Seite in den SERPs führen kann.

Macht sich Google damit nicht selbst das AdWords-Konzept kaputt?

Eine Frage, die mir dabei immer wieder durch den Kopf geht, ist das diese Konzept von Google nicht gut durchdacht ist, oder? Denn wenn ich mithilfe von AdWords meine Platzierungen bei Google stärken kann, dann brauche ich doch irgendwann keine AdWords mehr. Ich würde also mein Geld anderweitig nutzen, aber nicht mehr in Google investieren. Immerhin habe ich mein Ziel schon erreicht. So gedacht, ist das Vorgehen von Google doch wohl eher schlecht durchdacht, oder?

Ich glaube nicht, denn zum einen wird es immer wieder Webmaster geben, die ihre Seite pushen wollen. Und AdWords ist nun mal eine schnelle und einfache Möglichkeit dafür. Zum anderen wird es bei einem einmaligen Erfolg nicht bleiben. Wenn ich einmal gemerkt habe, dass ich tatsächlich mit AdWords mein Ranking verbessern konnte, dann werde ich es mit neuen Seiten und neuen Begriffen wieder tun. Denn, je mehr Seiten ich gut platziert habe, umso mehr Geld kann ich machen. Und je mehr Geld ich habe, umso mehr Geld kann ich wiederum investieren.

Und zu guter Letzt gibt es da ja noch die lieben Konkurrenten. Wir sind ja nicht alleine in der Internetwelt unterwegs, sondern mit vielen anderen. Die Wahrscheinlichkeit, dass nur ich alleine versuche zu einem Keyword gut zu ranken, ist doch relativ gering. Über kurz oder lang wird es jemanden geben, der mich ausstechen will. Und was mache ich dann? Ich investiere womöglich wieder in AdWords.

So gesehen, lohnt sich das AdWords-Konzept auch mit RankBrain für Google.

Klappt es wirklich?

Was sich in der Theorie so schön anhört, muss jedoch nicht zwingend auch in der Realität funktionieren. Ja, die Nutzererfahrung ist ein Rankingfaktor. Jedoch einer von vielen. Und selbst, wenn es mit AdWords gelingt die Nutzererfahrung zu verbessern, heißt das noch lange nicht, dass sich dadurch bessere Rankings ergeben.

Ich könnte mir vorstellen, dass diese Methode nur in Einzelfällen funktioniert. Wirklich wissen, werde ich es aber erst nachdem ich es getestet habe 😉

Deine Meinung zählt!

Und nun bist du dran: Wie siehst du das Thema? Ist es deiner Meinung nach möglich mit AdWords das Ranking zu verbessern? Oder ist das nur vertane Zeit und rausgeschmissenes Geld?

17 Kommentare:

  1. Klingt durchaus vernünftig.
    Aber um das zu belegen, müsste erstmal rausgefunden werden ob Google die Bounce-Rate bei Anzeigen auch beim organischen Ranking mit einrechnet.

    Ich bin eh der Ansicht, ab einem gewissen AdWords-Budget lassen sich organische Rankings dazu kaufen.

  2. Moooment… wenn Besucher mit perfekt auf die Zielgruppe abgestimmte Adwords Anzeigen auf die Seite kommen und die Besucher dann die Seite auch nutzen ( lesen, verweilen, kommentieren und vielleicht sogar kaufen ), dann hat das recht wenig mit Adwords zu tun, sondern eben mit der Seite. Der Inhalt deiner Seite lässt den Besucher agieren, nicht die Adwords Anzeige, denn die ist nur Mittel zum Zweck. Man könnte genau so sagen, ein perfekter Werbeflayer, ein guter Facebook Post oder ne tolle Anzeige in der Zeitung hat den gleichen Effekt. Gemesen wird der sogenannte RankBrain auf der Webseite und nicht in der Adwords Anzeige. Wie du die Besucher bekommst ist doch scheißegal, was die Besucher auf deiner Seite machen aber nicht und das fliest ins Ranking mit ein.

    • Genau Alexander 🙂 letztlich ist es scheißegal, woher der Traffic kommt. Hauptsache er kommt. AdWords ist jedoch ein beliebtes Mittel um schnell User auf die Seite zu bekommen. Den Rest muss die Website dann schon selbst erledigen.

  3. Woher kommt die Einsicht, dass RankBrain etwas mit der Nutzererfahrung zu tun hat? Ich war immer der Meinung, dass RankBrain dafür zuständig ist den Inhalt einer Seite semantisch zu beurteilen. Sprich immer dann zum Einsatz kommt, wenn Google eine von den 15 % der Fragen beantworten soll, die zuvor noch nie gestellt wurden.

  4. Puuuhh… den direkten Bezug zwischen dem Ranking und AdWords finde ich sehr weit hergeholt und verstehe den Gedankenstrang auch nicht so richtig, den Du hier ziehst. Ich habe schon diverse Tests gemacht Seiten gemäß SEO zu optimieren ohne Auswirkung auf den Qualitätsfaktor. Die Nutzererfahrung laut AdWords ist nirgendwo detailliert erläutert. Die Absprungrate, die in Analytics angezeigt wird ist relativ. Ich kann diese Jahr gemäß meinen Wünschen verändern, sobald ich sie z.B. abhängig von der Aufenthaltsdauer definiere. Zudem was ist eine gute Absprungrate? Analytics-Zahlen sollten immer in Relation gesetzt werden z.B. zu einem Branchen -Benchmark sonst bringen sie keine Erkenntnis…

    • Hi Olaf,
      ich kann dich gut verstehen 🙂
      Was genau Google unter einer guten Nutzererfahrung versteht, wird leider nirgends detailliert erklärt. Das macht es natürlich umso schwieriger. Der Vergleich von Absprungrate & Co. sollte auf jeden Fall anhand einer Branchen-Benchmark betrachtet werden. Wie sollte man sonst wissen, welche Zahlen gut oder schlecht sind. Und selbst dann bekommt man nur ein Indiz.

      Der Grundgedanke, den ich hier habe ist: „Steigere die Nutzererfahrung deiner Website -> bring Traffic drauf -> und mit etwas Glück kannst du durch positive Werte dein Ranking verbessern.“ Ob das tatsächlich so klappt, weiß ich nicht. Dies müsste erst noch getestet werden. Obwohl ich es persönlich sehr schwierig finde, sowas zu testen. Immerhin gibt es noch so viele andere Faktoren die mit ins Ranking reinspielen 😉

  5. Wenn die Besucherzahl steigt, wissen mehr Leute um das Angebot. Potentielle Kunden können in Multiplikatoren umgewandelt werden, vorausgesetzt man weiß diese in zahlende umzuwandeln …

  6. Rankbrain hat meines Wissens nach mit Nutzerfahrungen rein gar nicht, überhaupt nichts zu tun. Völlig andere Baustelle. Und ja. Klar kann man mit Traffic das Ansehen der Website erhöhen. Das hat aber nichts mit AdWords zu tun. Auch wenn Du z. B. Fernsehwerbung machst, kann das Ranking steigen, weil sich der Anteil an TypeIn Traffic drastisch erhöht. Mein Tipp. Manchmal bringt es sogar mehr, die genau URL gar nicht zu nennen. Dann tippen Suchende den Brandbegriff ins Suchfeld ein und klicken auf das Suchergebnis, statt selbst im Browser die Domain einzugeben… 😉

  7. Pingback:Top 10 der Woche 15/16 - SEO-united.de Blog

  8. Zuerst mal auch ein Lob für die Arbeit. Ganz rund finde ich die Sache aber auch nicht, zumal ich eben nicht sicher bin, ob Google die AdWords-Zahlen gleich behandelt wie die organischen Zahlen, oder ob AdWords-Klicks etc. herabgesetzt werden.

    Neulich habe ich was gelesen, wo es hieß, dass Google dementiert, dass AdWords einen Effekt auf organische Rankings haben würde. Jetzt weiß ich nur nimmer wo… 🙂

  9. Das ist ja ein interessanter Punkt, den ich noch gar nicht kannte. Bisher war mir auch nicht bewusst, dass somit adwords einfluss auf das „normale“ ranking nehmen kann. Wie spannend.
    Ich werde mir das auch einmal näher anschauen.
    Danke für den Hinweis.

  10. Die Verweildauer hat sicherlich eine Entscheidung auf den Rankfaktor, wenn vorher keine Besucher auf der Seite waren, können diese durch Adwords gefunden werden. So kann Google erst einen Rankfaktor bestimmen.

  11. Es gibt keine Hinweise das google das Nutzerverhalten der Besucher die über Adwords kommen ins organische Ranking einbezieht. Die können das doch gemau trennen woher die Besucher kommen.
    Ich schalte seit 5 Jahren Adwords und die Adwords-Landingpage rankt weder besser noch schlechter als irgend eine andere Seite der Domain.

  12. Geschickt gemacht mit der Überschrift. Aber so muss es am Ende sein ;).

    Googles Suchergebnisse und Ads werden immer von einander getrennt sein. So war uns so wird es immer sein. Was du aber schreibst, ist mehr als logisch und im Grunde für jeden Webmaster und Online-Unternehmer die Abkürzung zu schnelleren und besseren Rankings. Vorausgesetzt man setzt das Gelernte bei Adwords um.

    Und auch von Google gar nicht so dumm gedacht. Schließlich will Google doch die „perfekten“ Ergebnisse liefern. Warum also den Webmastern nicht ein Tool an die Hand geben, welches ihnen dabei hilft genau das zu tun? Das Schöne dabei ist noch, dass Google sich das Ganze noch sehr gut bezahlen lässt.

    Wenn man so will: Eine Win-Win-Situation für alle.

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