• Anzeige

Sind Glossare der neue SEO-Trend?

Das Onpage immer mehr in den Fokus bei der Suchmaschinenoptimierung rückt, ist längst nichts Neues mehr.  Man achtet auf die Basics, wie Title, Description und natürlich auf den Text. Der Text ist mit das wichtigste und deshalb wird hier ordentlich in die Tasten gehauen und unique Content erstellt. Neben neuem Content gibt es eine Sache, die mir momentan immer wieder über den Weg läuft – Glossare. Glossare oder Lexika scheinen ein neuer Trend zu sein, dabei sind sie alles andere als neu.

Contentaufbau mithilfe eines Glossars

Bildschirmfoto 2014-11-10 um 14.28.42Bereits zu Beginn meiner SEO-Karriere habe ich verschiedenen Webseiten mit einem Lexikon auf die Sprünge geholfen. Sie sind toll, weil sie Unmengen an Text beinhalten, der speziell für einen Themenbereich produziert wird. Außerdem kann man sie super für die interne Verlinkung nutzen.

Fassen wir nochmals zusammen: Glossare sind toll, weil …

  • schneller Contentaufbau
  • viel Content
  • gut für die interne Verlinkung
  • Google Rankings möglich sind

Ein gutes Beispiel für ein Glossar ist das von seo-united.de oder auch das von Onpage.org. Beide sorgen nicht nur für nützlichen Inhalt auf ihrer Seite, sie erhalten über das Glossar sogar Traffic, weil einzelne Begriffe in Google sehr gut platziert sind.

Wer sich die zwei Beispiele ansieht, wird schnell merken, dass man ein solch umfangreiches Lexikon nicht mal eben so erstellt. Hier steckt viel Arbeit und Mühe drin.

Sollte jede Website ein Glossar haben?

Immer wieder arbeite ich auch mit anderen Agenturen zusammen und gerade in letzter Zeit diskutieren wir immer häufiger über den Einsatz eines Glossars. Dies passiert vor allem bei Websites, die über Produktseiten verfügen, aber nur wenig textlastige Seiten haben. Dann wird schnell gesagt: „Wir müssen ein Glossar aufbauen.“

In manchen Fällen halte ich diese Idee durchaus für sinnvoll. Aber da diese Aussage momentan ständig kommt, frage ich mich ob wirklich jede Website ein Glossar benötigt?

Grundsätzlich finde ich den Gedanken eines Glossars nicht verkehrt. Jedoch fürchte ich, dass man dadurch viele Seiten aufbaut, die nur recht wenig Inhalt haben. Z. B. wenn jeder einzelne Begriff eine eigene Seite hat. Dann steht auf dieser Seite, also auf der Begriffsdefinition z. B. ein kurzer Abschnitt mit 4 – 5 Sätzen, mehr nicht. Viele Seiten mit wenig Content – ist das gut für SEO? Oder wäre es besser das ganze Glossar von A – Z auf einer einzelnen Seite aufzulisten? Aber dadurch verliert man den thematischen Fokus jedes einzelnen Begriffs, was ja auch doof ist.

Vor allem bei kleinen Seiten könnte ein Lexikon tödlich sein. Zwar werden dadurch massig  Inhaltsseiten produziert, aber die Hauptseiten, auf die es wirklich ankommt, die sind in der Unterzahl. Ich hoffe, ihr versteht noch was ich meine 😉

Was haltet ihr von der Idee?

Da ich mich  nicht alleine mit der Frage quälen möchte, werfe ich sie jetzt einfach  mal in den Raum. Was haltet ihr von einem Glossar und braucht eigentlich jede Website eins?

Und sind Glossare der neue SEO-Trend oder doch nur aufgewärmter Kaffee?

11 Comments:

  1. Sicherlich machen Glossare und Lexika einen Sinn, wenn man eine Content-Strategie verfolgt. Mit einem Kunden (Tanzschule) haben wir gemeinsam ein Lexikon für Tänze aufgebaut: https://tanzschule-woelbing.de/service/tanzlexikon/ – Das rankt jetzt nicht so super, auch, weil der Website bspw. gute Backlinks fehlen und es vergleichbare Angebote bereits gibt.

    Dennoch setzt sich die Website gegenüber den Mitbewerbern durch. Viel wichtiger war uns nämlich, dass wir im regionalen Vergleich keine Tanzschule mit einem vergleichbar umfangreichen Web-Angebot haben und auf selbiges über Facebook und innerhalb der Kurse vor Ort verweisen konnten. Das hilft der Tanzschule bei der Kundenbindung und auch -gewinnung.

  2. Ich sehe es genau so wie du: Bei größeren Seiten macht es manchmal durchaus Sinn, ein Glossar aufzubauen, bei kleineren Seiten eher weniger. Auch ich habe auf diversen Affiliate-Projekten ein Glossar aufgebaut, was aber Sinn macht, wenn man sich in einer Nische bewegt, die viele spezifischen Wörter hat, über die man auch aufklären muss – falls sich jemand informiert.

    Wer ein Glossar aufbaut, der sollte vielleicht auch darüber nachdenken, das Glossar gar nicht erst auf „index“ zu stellen, sondern Google die Indexierung vielleicht sogar verbieten und das Glossar nur für den Nutzer zu gestalten, statt für SEO-Traffic. Wenn ich Beispielsweise 500 Seiten für ein Glossar aufbaue, diese aber teilweise nur 50-100 Wörter beinhalten, kann der Spaß auch sehr schnell in die Hose gehen – und dass ist eben nicht Sinn und Zweck der Geschichte.

    Ich sehe das Problem aber auch bei Google: Die Maschine merkt, dass man einfach nur Content produzieren möchte (für Google natürlich) und lässt dementsprechend das Glossar nicht wirklich ranken. Dann macht die Arbeit weniger Sinn, vor allem, weil man auch schnell Gefahr laufen kann, dass die komplette Domain einen Panda-Stupser bekommt 😉

    • Hi Christian,

      genau das war auch mein erster Gedanke. Ein Glossar ist zwar nützlich kann aber auch schädlich sein. Die Idee, den Bot auszusperren widerspricht sich zwar mit dem Gedanken darüber Rankings zu bekommen. Grundsätzlich find ich dies aber besser, als 1.000 Seiten, die nur 100 Wörter oder weniger beinhalten.

      Ich glaube, mit einem guten Glossar kann man eine Seite aus dem Panda rausbekommen – natürlich müssen dafür noch andere Faktoren gegeben sein, aber es wäre ein Anfang. Gleichzeitig kann es aber auch der Grund sein, warum man erst vom Update betroffen wird.

      Wie so oft, sollte man sich fragen, ob die User davon einen Mehrwert haben und ob man dem Aufwand – der auf einem zukommt – gerecht wird. Ist beides oder auch nur eins von beiden nicht der Fall, dann sollte man es lieber sein lassen.

  3. Hallo Sabrina,

    Glossare machen natürlich Sinn, allerdings nur wenn man eine richtige Content-Strategie verfolgt.
    Es gibt leider auch viele Seiten (oder SEOs) die das nur machen, weil es eben alle machen – am Ende machen Sie es noch falsch und es bringt ihnen nichts, außer Aufwand.

    Generell: Glossare find ich gut und bringen die Webseite – wenn richtig angewandt – weiter 🙂

    lg
    Toni

  4. Hallo Sabrina,

    danke für die Erwähnung auch unseres Glossars! Ich habe das Glossar erst kürzlich komplett überarbeitet und kann Dir sagen, dass es wirklich enorm viel Arbeit war. Ein Glossar ist SEO-technisch gesehen eine feine Sache, sollte aber regelmäßig auch gepflegt und erweitert werden…

    Grüße

    Gretus

    • Gerne doch 🙂 Ich mag euer Glossar wirklich und schau da sogar regelmäßig rein. Wie du schon sagtest, der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Viele glauben ja, dass man es nur einmal anlegen muss und dann lange Zeit ruhe hat. Ich seh das wie du, es muss gepflegt werden und das stetig.

  5. Pingback: SEO-Diaries: Contentaufbau mithilfe eines Glossars?

  6. Hallo Sabrina,

    ich finde, es kommt darauf an, wofür man ein Glossar einsetzen möchte.

    Wenn man sich in wilden internen Verlinkungen verliert und auf den jeweiligen begriffsbeschreibenden
    Seiten nicht genug Content zu finden ist, ist das für SEO sicherlich einerseits gut – wegen der internen Verlinkung,
    andererseits aber wiederum schlecht, wegen des geringen Textanteils.
    Außerdem frustriert das ständige Herumklicken mit aller größter Wahrscheinlichkeit auch noch die Leser,
    die nach dreimal klicken nicht mehr wissen wo sie herkamen und was sie eigentlich wollten.
    Das ist schlecht hinsichtlich der User-Experience.

    Wir haben auch ein Glossar erstellt (da hast du uns voll erwischt 😉 und es auf drei Seiten aufgeteilt.
    Als Inbound Content Marketiers liegt unser Fokus natürlich nicht hauptsächlich auf SEO, sondern vor allem darauf,
    hilfreiche Informationen bereit zu stellen und eine positive User-Experience zu schaffen.

    Aber vielleicht könnte eine Aufteilung auf mehrere Seiten ja ein Kompromiss aus dem zu-viele-Seiten-mit-zu-wenig-Content-
    und dem internen-Verlinkungs-Wahnsinn sein, was meinst du?
    Dann bringt man eben mehrere Keywords auf einer Seite unter und muss nicht jedes einzelne Wort auf eine andere Seite verlinken.

    Grüße
    Vanessa

  7. Pingback: Top 10 der Woche 46/14 - SEO-united.de Blog

  8. Danke für den Beitrag,

    da ich ein Verzeichnis meiner steigenden Anzahl von Anleitungs-Videos auf meiner Website habe, ist das Thema Glossar sehr interessant für mich.
    Wenn ich es richtig verstehe, dann könnte aber das bloße Auflisten der Videos aus SEO-Sicht einen sehr negativen Effekt haben.

    Gerne würde ich noch nähere Beschreibungen ergänzen, wofür die Visualisierungen, die ich in den Videos zeige, verwendet werden können. Dadurch würde die Seite dann aber sehr lang.

    Wo finden sich denn gute Beispiele für Glossare, die auf nur wenige Seiten aufgeteilt sind?

    LG!

    Thorsten

    • Hi Thorsten,
      puh ein Beispiel mit nur wenigen Seiten habe ich gerade leider auch nicht zur Hand.
      Die meisten Beispiele, die ich kenne, haben viele Unterseiten.
      Sobald ich was passendes für dich gefunden habe, zeig ich es dir 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *