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So setzt du den Canonical richtig ein

Der Canonical-Tag sollte eigentlich jedem SEO bekannt sein. Er sollte zum alltäglichen Handwerkszeug dazu gehören und dennoch passiert es immer wieder, dass seinetwegen Fehler auftauchen. Fehler, die sich vermeiden lassen. Damit dir nicht auch solche Fehler unterlaufen, habe ich hier die wichtigsten Punkte zusammen gefasst.

Was ist der Canonical-Tag überhaupt?

Bevor ich mit irgendwelchen Regeln anfange, möchte kurz vorweg sagen, was der Canonical-Tag überhaupt ist und wofür man ihn einsetzt.

Der Canonica-Tag wird auch als kanonische URL bezeichnet oder als kanonischer Link. Er wird im Headbereich bei den Meta-Angaben einer Seite integriert und sieht wie folgt aus:

<link rel=canonical href=„http://www.beispielseite.com/unterseite/“>

Wofür brauche ich den Tag?

Der Tag kommt immer dann zum Einsatz, wenn es mehrere URLs gibt, die den gleichen Inhalt darstellen. Wir wissen ja, dass Google doppelte Inhalte (duplicate Content; kurz: DC) abstraft. Um dies zu verhindern, wird der Canonical genutzt. er gibt an, welche der Seiten die Ursprungsseite, also das Original ist und welche die Kopie.

Nehmen wir einmal an ich habe eine Website zum Thema Geschirrspülmaschine. Jetzt habe ich unter dem Punkt „Produkte“ die Gebrauchsanleitung einer jeden Maschine hinterlegt. Die URL dazu sieht so aus: http://www.meinedomain.de/produkte/geschirrspuelmaschine-xy/gebrauchsanleitung-xy/. Gleichzeitig habe ich die Gebrauchsanleitungen aller Maschinen auch unter dem Punkt „Service“ integriert. Hier sieht die URL so: aus: http://www.meinedomain.de/service/gebrauchsanleitung-xy/.

Unter beiden URLs liegt der selbe Inhalt. Er ist 1:1 identisch und somit doppelt vorhanden. Damit Google weiß, welche der zwei Seiten nun die relevante ist, kann der Tag genutzt werden. Dieser wird auf der Seite integriert, die die Kopie darstellt. Nehmen wir mal an, dass wäre die Seite unter Service. Dann würde diese den Canonical-Tag bekommen und zur Hauptseite zeigen. Das würde dann so aussehen:

<link rel=canonical href=„http://www.meinedomain.de/produkte/geschirrspuelmaschine-xy/gebrauchsanleitung-xy/“>

Wann muss ich den Canonical einsetzen?

Es gibt verschiedene Fälle, bei denen der Canonical-Tag zum Einsatz kommen kann. Immer dann, wenn doppelte oder sehr ähnliche Inhalte zustande kommen. Dies kann z. B. passieren, wenn man, wie in unserem Beispiel ganz bewusst, gleiche Inhalte unter unterschiedlichen URLs laufen lässt.

Auch aus technischen Gründen kann der Tag sinnvoll sein, und zwar dann, wenn eine eindeutige URL aus technischen Gründen nicht umsetzbar ist.

Hier ein paar Beispiele:

  • Die Startseite ist über verschiedene URLs erreichbar (www.meinedomain.de, www.domain.de/home/; mit und ohne https u.s.w.)
  • Seiten sind mit und ohne Trailing Slashes (“/”) aufrufbar
  • Seiten sind mit Klein- und Großschreibung aufrufbar
  • Der Server oder das CMS achtet durch Rewriting der URL nur auf eine ID und lässt somit diverse Varianten zu
  • Der Einsatz von IDs (z. B. Session-ID oder Produktfilter)
  • Es gibt unterschiedliche Ansichten einer Seite (z. B.als PDF )
  • Inhalte werden auch auf externen Websites veröffentlicht

Anhand des letzten Beispiels merkt ihr, dass sich der Canonical-Tag nicht immer nur auf die eigene Website beziehen muss. Er kann auch Website übergreifend eingesetzt werden. Wenn ich also beschließe einen Inhalt auf zwei Domains zu veröffentlichen, kann ich auch hier mithilfe des Tags sagen, welches das Original und welches die Kopie ist. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass ich die Meta-Angaben auf beiden Websites beeinflussen kann.

Der Canonical-Tag bei einem PDF

In den Beispielen haben wir gesehen, dass auch ein PDF als Kopie einer Website, bzw. dessen Unterseite, gilt. In einem solchen Fall kann der Tag von oben leider nicht verwendet werden. Der oben genannte, ist nur für eine Website gedacht. Bei einem PDF würde man Folgendes reinschreiben:

Link: <http://www.meinedomain.de/produkte/geschirrspuelmaschine-xy/gebrauchsanleitung-xy.pdf>; rel=canonical 

In diesem Beispiel ist das PDF das Originaldokument und wir sagen mit dem Canonical-Tag, dass die Suchmaschine das Dokument indexieren darf/soll. Wenn das PDF nicht das Original ist, sondern die Kopie, dann muss die URL des Originals eingesetzt werden.

Zwar muss auch bei einem PDF die Information in den Header, jedoch ist die Umsetzung etwas anders, als bei einer Website.

Häufige Fehler beim Canonical-Einsatz

Der Einsatz des Canonical-Tags birgt auch große Risiken. Denn wenn ich ihn nicht vernünftig integrieren, kann ich meine Website oder einige Seiten davon ins aus befördern. Wird er z. B. fälschlicherweise bei einer Unterseite integriert, die dann auf eine andere Seite verweist, nimmt Google die Unterseite aus dem Index.

Es gibt aber noch weitere Fehler, die immer wieder im Zusammenspiel mit dem Tag auftauchen. Hier wohl die Häufigsten:

  • Die URL im Canonical-Tag erzeugt einen 404-Fehler. Was auf keinen Fall sein darf. Achtet darauf, dass ihr richtig verweist.
  • Der Tag sollte nicht in Zusammenhang mit noindex, nofollow oder disallow eingesetzt werden. Entweder ich sage, die Seite ist eine Kopie oder ich sage, die Seite darf nicht indexiert werden. Wer beides einsetzt läuft Gefahr, dass Google auch beide Tags ignoriert.
  • Der Canonical sollte nicht in Zusammenhang mit paginierten Seiten (rel=“next“, rel=“prev“) eingesetzt werden. Dies muss auch gar nicht sein, da es sich hierbei meistens nicht um doppelte Inhalte handelt.
  • Die richtige Platzierung ist wichtig. Die Angabe gehört in den Headbereich und nicht in den Body oder woanders hin. Nur so kann sie von Suchmaschinen richtig ausgelesen werden.
  • Keine doppelten Canonical-Tags. Auf jeder Seite/Unterseite darf der Tag nur ein einziges Mal vorkommen. Sonst verwirrt man Google und im schlimmsten Fall wird nichts berücksichtigt.

Canonical und Noindex

Auch John Müller hat sich zu dem Thema „Canonical und  noindex“ in einem Hangout geäußert:

Die zwei Tags sind keine Freunde und sollten somit nicht zusammen verwendet werden. Im Grunde genommen ist das auch logisch. Wenn ich einer Seite sage, dass sie eine Kopie ist, dann weiß Google ja schon, dass die Seite nicht in den Index gehört.

Muss der Canonical auf jede Seite?

Wer den Artikel „Meine Erfahrungen mit Onpage.org Teil II“ gelesen hat, der weiß das der fehlende Canonical-Tag damals auf meiner Testseite kritisiert wurde. Der Tag fehlt auf meiner Website und das Onpage.org hat Alarm geschlagen.

Noch immer bin ich der Meinung das gerade kleine Seiten nicht zwingend einen Canonical-Tag brauchen. Immerhin gibt es innerhalb der Website keine doppelten Inhalte. Dennoch hat mich das Thema interessiert, weshalb ich  mich mit ein paar Kollegen ausgetauscht habe.

Die allgemeine Lösung ist es den Canonical einzusetzen und zwar immer. Wenn kein DC vorliegt, dann wird der Tag eben auf sich selbst gesetzt. Das hat z. B. den Vorteil, dass wenn eine URL mit Groß- und Kleinschreibung aufrufbar ist, nur die eine Variante gilt. Ok, wenn eine URL mit Groß- und Kleinschreibung aufrufbar ist, dann ist es tatsächlich DC und der Tag hat zu 100% seine Berechtigung.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund und zwar die Contentklauer. Ja, es gibt sie wirklich. Leute, die ohne weiteres den Content deiner Website klauen und bei sich einbauen. Manche sind sogar so dreist, dass sie den ganzen Quellcode kopieren. Passiert dies, dann verweist der geklaute Inhalt wenigstens auf deine eigene Seite. Der Dieb wird dann wenig Freude mit der neuen Seite bei Google haben.

Übrigens, wer WordPress nutzt, der hat den Canonical automatisch auf allen Seiten. Das System arbeitet hier vollkommen selbstständig. Was nicht heißen muss, dass keine Duplikate vorhanden sind.

Fazit: Achtung Canonical!

Der Canonical ist ein mächtiges Werkzeug mit dem man nicht leichtfertig umgehen sollte. Bevor du also damit anfängst, wild den Canonical zu nutzen, solltest du dir zunächst einmal deine Websitestruktur ansehen.

Wenn du Duplikate hast, dann stell dir doch mal die Frage, warum überhaupt? Brauchst du die Duplikate wirklich? Wenn nicht, dann könntest du die Seiten auch einfach löschen. Haben sie jedoch ihre Berechtigung, dann setz den Tag gezielt ein.

Um dich vor bösen SEOs und Contentklauern zu schützen, hilft der Tag natürlich. Aber auch hier möchte ich dich bitten: prüfe deine Website und dein CMS, ob der Tag richtig eingesetzt wird. Denn Fehler fallen nicht immer sofort auf. Und nichts ist ärgerlicher als eine Seite, die aufgrund eines kleinen Fehlers nicht angezeigt wird.

Wenn du noch mehr Tipps rund um den Canonical für mich hast, dann schreib diese doch in den Kommentaren. Ich freu mich drauf, noch mehr über das Thema zu lernen 🙂

2 Kommentare:

  1. Pingback:Top 10 der Woche 28/15 - SEO-united.de Blog

  2. Sehr cooler Artikel, vielen Dank! Ich würde gerne mehr über Canonical-Tags und Landingpages erfahren: Braucht eine auf die Nutzererfahrung angepasste Landingpage einen Canonical-Tag? Marco

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