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Versorgt uns Google AdSense mit unpassenden Anzeigen?

Die Frage nach der Relevanz von AdSense Anzeigen!

Google AdSense ist wohl mit die einfachste Methode um eine Website zu monetarisieren. Einfach den Code an einer beliebigen Stelle integrieren und schon wird eine Werbeanzeige eingeblendet. Klickt dann noch ein Besucher auf die Werbung hat man bereits seine ersten Cent verdient. Sicherlich braucht es einige tausend Klicks bevor sich AdSense wirklich auszahlt, dennoch ist es meiner Meinung nach eine der beliebtesten Methoden um Geld im Web zu verdienen. Doch so einfach wie diese Methode auch ist, sie birgt dennoch Tücken, z. B. die der Relevanz.

Welche Relevanz hat eine Werbeanzeige?

Früher einmal war es so, dass sich die Werbeanzeigen von AdSense ausschließlich auf den Website Inhalt bezogen. Hat man wie ich eine Seite zu Weihnachtsmärkten, dann gab es dazu auch passende Anzeigen. Hat man eine Seite zu Reisen, dann stammten die Anzeigen von Reiseunternehmen oder bei einer Seite zum Thema Hund, gab es Anzeigen für Hundefutter. Eben alles auf den Inhalt abgestimmt, so wie im folgenden Bild (es passt zumindest fast 😉 ):

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Mittlerweile werden Anzeigen allerdings nicht mehr anhand des Contents geschaltet. Sie sind bedarfsgerecht und für jeden User individuell geworden. Wenn ich z. B. nach einem Acer Tablet suche und mir dazu mehrere Seiten ansehe, dann werde ich nach einer gewissen Zeit auch Anzeigen auf diversen Seiten mit einem Acer Tablet Angebot sehen. So auch auf meiner Weihnachtsmärkteseite, die überhaupt nichts mit Tablets zu tun hat.

Die Nutzerprofile 

Aus Sicht von Google scheint dies ein cleverer Schachzug zu sein. Denn warum sollte man Anzeigen sehen die sich auf den Inhalt einer Website beziehen, wenn die suchende Person doch eigentlich einen ganz anderen Bedarf hat. Anhand meiner Recherche nach Tablets weiß Google natürlich ganz genau, wofür ich mich interessiere und da spielt es keine Rolle, ob ich auf einer dazu passenden Seite bin oder eben nicht. Alle Anzeigen richten sich nach meinem aktuellen Bedarf aus. Dank Cookies und Co. ist das für Google ein leichtes und wer dann noch angemeldet ist, umso besser. In diesem Moment sehe ich Google wirklich als „Datenkrake“ die alles mögliche über uns wissen will 😉

Die nutzerbasierte Werbung und ich

Jetzt hat das Ganze nur einen Harken. Was ist, wenn mir Google einmal keine Werbung anzeigt die zu mir passt. Folgendes ist passiert: Mein Kollege (männlich) klickte durch Zufall auf eine Seite zum Thema „Küchenwaren“. Wie die meisten Männer hat er damit nicht viel am Hut und ist binnen weniger Sekunden abgesprungen. Dennoch bekommt er seit dem auf sämtlichen Seiten mit AdSense Werbebanner dieser Küchenwaren.

Ihr könnt euch vorstellen, wie viel Begeisterung das ihn ihm ausgelöst hat. Etwas genervt kam er dann bei mir an und meinte, dass diese Art der Werbung doch totale Verschwendung sei. Er wird nie im Leben auf eine dieser Werbeanzeigen klicken, weil er sich dafür einfach nicht interessiert.

Anhand dieses Beispiels sieht man sehr schön, wie feinfühlig die Anzeigen ausgewählt werden. Nur ein falscher Klick und man wird plötzlich mit Anzeigen bombardiert, die man gar nicht möchte.

Falsche Anzeigen sind schlecht fürs Klickverhältnis

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Und schon steckten wir mitten in einer Diskussion über falsche Anzeigen. Immerhin sind falsche Anzeigen schlecht für die Klickrate und das stimmt natürlich. Ich würde auch nicht auf eine Anzeige klicken, die mich Null interessiert. Spannend fand ich nur, wie sehr die Anzeigen mit mal in den Fokus rückten. Seien wir doch mal ehrlich. Normalerweise übersehen wir schnell Werbung. Wir sind ja schon fast Werbungsresistent geworden. Doch in diesem Moment schenken wir unsere ganze Aufmerksamkeit einer falschen Anzeige, verrückt oder?

Aus Sicht eines Vermarkters

Da ich auch AdSense einsetze, ist der Fall natürlich sehr spannend. Wir diskutierten darüber, dass solche Anzeigen doch aus Sicht eines Vermarkters tödlich sind. Ein Vermarkter will Geld erwirtschaften und das kann er nur, wenn die richten Anzeigen angezeigt werden. Ist dies nicht der Fall, ist der Besucher für einen Tod.

Und ja, der Besucher ist in diesem Fall wirklich „Tod“, denn mit einem Klick von ihm brauch ich nicht rechnen. In diesem Moment schien auch die Diskussion tot zu sein. Denn für dieses Problem gibt es ja keine Lösung.

Aus meiner Sicht

Da ich die Werbung nicht plötzlich ändern kann und mittlerweile wirklich jeder seine ganz individuelle Werbung gemäß seines Nutzerprofils bekommt, bin ich als Vermarkter raus. Ich kann natürlich auf der Seite noch weitere Werbung platzieren, die nicht von AdSense stammt und so versuchen, noch weitere Kanäle und Interessen der Besucher ansprechen.

Jedoch bin ich auch der Meinung, dass es sich hierbei nur um einen Einzelfall handelt. Es wird immer wieder Leute geben, die die falsche Werbung angezeigt bekommen, dennoch entspricht dies nicht der großen Masse (zumindest hoffe ich das, denn das wäre ziemlich schade).

Und es gibt noch einen weiteren Aspekt, Google.

Aus Sicht von Google

Wie wir wissen, ist hat sich die Suchmaschine in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Allein das mittlerweile nutzerbasierte Werbung überhaupt möglich ist, zeigt doch wie weit die Maschine schon ist. Das aufgrund eines falschen Klicks eine unpassende Anzeige zutage kommt, zeigt zwar, dass Google immer noch nicht alles ganz klar filtrieren kann und die Relevanz verkehrt einschätzt, dennoch aber funktioniert.

Durch den Klick auf die vermeintliche Seite habe ich der Suchmaschine eine gewisse Relevanz mitgeteilt. Diese wird nun aufgegriffen und in Form von Werbeanzeigen präsentiert. Das die Anzeige so gar nicht passt, kann die Maschine im ersten Moment nicht wissen.

Allerdings ist das System hinter AdSense nicht dumm. Im Gegenteil der Algorithmus oder was auch immer dahinter steckt, entwickelt sich mit jedem Klick weiter. Wenn Google merkt, dass die Anzeige bei mir nicht funktioniert, dann wird sie demnächst eine andere zeigen. Schließlich profitiert ja auch Google selbst von den Klicks. Ein weiterer Grund ist, dass man durch sein anschließend Suchverhalten und den Seiten die man besucht, neue Signale versendet. Die Maschine merkt anhand der Cookies, dass die Interessen doch in einem anderen Bereich liegen und wird nach und nach die unpassende Anzeige gegen sinnvolle Austauschen.

Fazit: ja es gibt falsche Anzeigen 

Natürlich gibt es falsche Anzeigen und die wird es wahrscheinlich auch immer geben, doch wir sehen auch, dass ein System wie AdSense lernwillig ist.

Jeder von uns der AdSense nutzt, wird unter seinen Besuchern welche dabei haben, bei denen die Werbung nicht passt. Dennoch ist das meiner Meinung nach kein Grund zur Beunruhigung. Denn irgendwann wird die Anzeige passen und letztlich reden wir hier nur von einem geringen Anteil an unpassenden Anzeigen.

Außerdem ist das wirklich schlimme nicht eine „tote“ Anzeige. Viel schlimmer wäre es doch, wenn der Besucher nicht wieder kommt. Ein Besucher, der nicht wiederkommt ist ein toter Besucher. Ein Besucher der einmal eine falsche Anzeige zu sehen bekommt, wird diesmal vielleicht nicht klicken. Kommt er aber wieder und sieht dann eine passende Anzeige klickt er und alles ist gut 🙂

Oder wie seht ihr das? Zeigt uns Google relevanzarme Anzeigen und ist somit vermarktungsuntauglich, oder ist das Prinzip hinter AdSense doch ganz sinnvoll? 

Ich hoffe, dass wir hier eine ausgereifte und nicht tote Diskussion hinkriegen, also alle mitmachen 😀

Ein Kommentar:

  1. Auch wenn dieser Artikel schon einige Jahre auf dem Buckel hat: Das Thema „falsche Anzeigen“ steht aktuell wieder ganz hoch im Kurs, zumindest bei mir.

    Richtig ist, dass Google immer stärker auf „interessensbezogene Anzeigen“ setzt und immer weniger „Kontext bezogene Anzeigen“ ausspielt.
    Grundsätzlich spricht hier auch nichts gegen, denn je nach Branche und Jahreszeit kommt es (leider) immer wieder vor, dass offensichtlich nur wenige Werbetreibende in Online-Werbung investieren und somit nur wenige „Kontext bezogene Anzeigen“ zur Verfügung stehen. In diesem Fall werden dann „interessensbezogene Anzeigen“ geschaltet, die vermutlich noch immer eine höhere Qualität und somit Klickrate aufweisen als Anzeigen, die so völlig an allem und jedem vorbeizielen.

    Dennoch bin ich aktuell mit der Anzeigenschaltung von Adsense mehr als unzufrieden. Wie im Artikel schon richtig beschrieben, wird immer mehr auf Re-Targeting gesetzt. Es wird davon ausgegangen, dass jede – wirklich jede Webseite, die man mal besucht hat, ein tiefgehendes Interesse in einem erweckt. Im Artikel wird die Anzeigenschaltung kritisiert, die aus dem versehentlichen Besuch einer Webseite resultiert. Ein Phänomen, das ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt wahrnehme ist die Tatsache, dass die Re-Targeting-Systeme von Google und Co. wohl noch nicht so weit „ausgebildet“ sind, dass sie befriedigte Bedürfnisse und Kaufabschlüsse registrieren können.

    Zwei simple Beispiele:

    1.) Urlaub
    Im Monat März diesen Jahres suchte ich vermehrt nach Griechenland-Reisen im Netz. Obwohl im Mai verreist und inzwischen schon wieder zu Hause, werden mir noch immer massig Anzeigen für Pauschalreisen und Hotels in Griechenland angezeigt – egal auf welchen Themen-Website ich mich befinde.

    2.) Laptop / Unterhaltungselektronik
    Vor drei Wochen kaufte ich mir einen neuen Laptop. Natürlich habe ich mir zuvor diverse Geräte im Netz angeschaut, die technischen Komponenten verglichen und nach Preisunterschieden gestöbert. Obgleich ich inzwischen an meinem neuen Laptop sitze und diesen Kommentar verfasse, werden mir noch immer Anzeigen für Laptop-Schnäppchen und Co. angezeigt.

    Beides wird so schnell nicht mehr benötigt und ist für mich somit absolut uninteressant.

    Ein weiterer Punkt, den ich kürzlich im offiziellen Adsense-Forum diskutierte:
    Häufig scheint es auch so zu sein, dass Google immer mal wieder Textbausteine aus einer Webseite extrahiert und als themenrelevant einstuft, obwohl diese eigentlich nur sekundären Charakter haben.
    Als Beispiel wurde eine Webseite genannt, die sich inhaltlich mit Campingplätzen und Wohnmobil-Stellplätzen befasst. Der Betreiber der Seite merkte an, dass immer mal wieder Werbung von Entsorgungsunternehmen und Unternehmen für erneuerbare Energien erscheinen. Dies könnte daran liegen, dass sich eine kleine Sektion auf der Seite mit der Sauberkeit und verfügbaren Abfallbehältern auf Campingplätzen beschäftigt. Da kommen dann schnell mal Werbebotschaften á la „Jetzt Container mieten und Bauschutt entsorgen“.
    Ich denke nicht, dass ein gewillter Camping-Urlauber diese Anzeige klicken wird, sofern er nicht parallel zu seinem geplanten Urlaub das Wohnzimmer saniert 😉

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