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Wird Google analog?

Heute muss ich mir einfach mal Luft machen und das aktuelle Thema vom Webmasterfriday passt wie die Faust aufs Auge. „Wie wichtig nehmt ihr den Datenschutz?„, lautet es und über Datenschutz, vor allem bei Google möchte ich mit euch austauschen.

Datenschutzbestimmungen & Google

Datenschutz ist für uns Webmaster immer ein Thema. Egal, ob Groß oder Klein, jeder muss sich dran halten, wenn er keine Schwierigkeiten bekommen möchte. Bei Unternehmensseiten besteht zum Beispiel vom Gesetzgeber her die Pflicht ein Impressum zu hinterlegen. Aber auch Datenschutzbestimmungen sind in diesem Zusammenhang immer wichtiger geworden. Alleine schon, wenn man so beliebte und kostenlose Tools wie Google Analytics oder Social Media Button nutzen will.

Was steht in so einer Datenschutzbestimmung?

In den meisten Datenschutzbestimmungen finden wir Punkte, die die Erfassung von persönlichen Daten auf der Website beinhalten und wie diese geschützt und verwertet werden. Wie gesagt, auch Hinweise zu den aktuellen Buttons von Facebook & Co. muss man einen Hinweis hinterlegen. Hier greift man zwar nicht selbst die Daten ab, aber durch das Einbinden dieser Button ermöglicht man es den Plattformen Daten von unseren Besuchern zu erfassen. Auch der Einsatz von Google Analytics muss hier erwähnt werden. Denn auch Analytics speichert die Daten und wertet diese aus.

Googles Problematik mit dem deutschen Datenschutz

Wie ihr sicherlich mitbekommen habt, gab es lange Zeit eine heiße Diskussion, ob man Google Analytics tatsächlich nutzen darf. In Deutschland ist es zum Beispiel verboten Daten zu sammeln, wo man einen Rückschluss auf den User ziehen kann. Im Detail bedeutete dies, dass Google Analytics vor einiger Zeit noch die Möglichkeit bot sich die IP Adressen seiner User anzusehen. Mithilfe der IP Adresse kann man feststellen, welche Person sich dahinter verbirgt. Somit war wirklich anonymes serven nur mit einem Proxy möglich. Und was noch viel schlimmer war, die Daten eines jeden Analytics Kontos wurden auch an Google weitergeleitet.

Das hier der Datenschutz eingreift kann ich voll und ganz verstehen und finde es auch richtig. Google hat daraufhin gehandelt und die Anonymisierung der IP Adressen integriert. Na ja, um ehrlich zu sein, hat Google diese Funktion nicht integriert. Jeder der will, kann ein Code-Stück zu seinem bestehenden Analytics-Code integrieren. Hierdurch werden dann die IPs nicht mehr erfasst. Seit letzten Herbst ist es nun gestattet Google Analytics zu nutzen, ohne dass man gegen die Vorschriften des deutschen Datenschutzes verstößt.

Analytics ja, aber …

Das LDI NRW hat zu den neuen Bestimmungen einen Infotext auf Ihrer Website veröffentlicht, indem die 4 wesentlichen Punkte die jeder Webmaster beachten muss, enthalten sind.

  1. Punkt: man muss den „Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung schriftlich abschließen
  2. Punkt: man muss seine Nutzer auf die Verwendung hinweisen
  3. Punkt: man muss die Funktion „ip_anomyze“ hinzufügen
  4. Punkt: man muss alte Konten löschen, wenn diese früher ohne den IP Filter Daten gesammelt haben

Wahrscheinlich seht ihr schon, was mich stört. Vor allem den ersten Punkt find ich absolut sinnlos. Denn allein durch die Zustimmung der AGBs, wenn man ein Analytics Konto anlegt, stimmt man dem doch schon zu. Aber nein, es muss zusätzlich noch ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen werden.

Jetzt mal ganz ehrlich, ist das wirklich nötig? Ich betreibe einen kleinen Blog und finde den Aufwand etwas übertrieben. Die Punkte 2 und 3 finde ich hingegen in Ordnung. Schließlich sollte man seine Nutzer schon informieren und sie soweit wie möglich schützen. Bei Punkt 4 wird es sicherlich Diskussionsbedarf geben. Denn wer gibt schon freiwillig seine lang gesammelten Daten auf. Das stell ich mir vor allem bei großen Unternehmen und Webseiten kritisch vor. Immerhin ist man auf diese Daten angewiesen.

Natürlich kann man eine Datensicherung machen, doch man bekommt längst nicht alle Daten, die man benötigt. Zum Teil, weil man nicht auf alles Zugriff hat (und ggf. die ein oder andere Funktion noch gar nicht kennt) und zum anderen, weil man ja situationsabhängig Daten miteinander vergleichen möchte. Wenn ich mein altes Konto lösche und mir ein Neues zulege, dann kann ich nun nicht mehr sagen, „ich möchte Jan 2010 mit Jan 2011 und Jan 2012“ vergleichen. Die Daten sind ja nicht mehr da, ärgerlich!

Wird Google analog?

Auf die Headline bin ich dank einer solchen Diskussion mit meinem Kollegen gekommen. Sammi, danke dafür! Wir haben uns überlegt, ob sich der ganze Aufwand lohnt. Vor allem der 1 Punkt mit dem schriftlichen Vertrag. Bei so vielen Analytics Profilen, die es in Deutschland gibt, müsste Google doch nur so von Post überschwemmt werden. Und da fragten wir uns – wenn auch mit einem Schmunzeln – ob Google nun analog wird. Futsch, sind die bequemen Häkchen mit einem Klick. Ab jetzt wird alles wieder schriftlich festgehalten. Die Post wirds sicherlich freuen 😉

Sinnvoll oder nicht

Als Webmaster tragen wir ein gewisses Maß an Verantwortung, auch oder vor allem gegenüber unseren Besuchern. Alleine deshalb sollte man den Datenschutz ernst nehmen und alle (wichtigen) Punkte erfüllen, egal wie klein die Webseite ist.

Allerdings finde ich die neuen Datenschutzbestimmungen für Google teilweise übertrieben. Da überlegt man schon mal das Tool zu wechseln. Alternativen gibt es ja genug, wie zum Beispiel Piwik. Nutzt ihr eine dieser Alternativen und wenn ja, welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Bis jetzt bin ich mir noch nicht sicher, ob ich bei Analytics bleibe oder nicht. Irgendwie stört mich der Vertrag, warum auch immer. Wer auch Analytics nutzt, den bitte ich jetzt um ein kurzes Feedback, ob ihr den Vertrag schon verschickt habt oder ob ihr wechseln werdet? Ich bin gespannt, wie eure Meinung zu diesem Thema ist.

Ein Kommentar:

  1. Hallo Sabrina,

    eigentlich hast du die Sache ja ganz gut beschrieben.

    Allerdings ist dir ein Fehler in Bezug auf das Impressum unterlaufen. Je nach dem wie der Blog verwendet wird gilt auch für Privat die Impressumspflicht, siehe dazu folgenden Link:

    http://www.linksandlaw.info/Impressumspflicht-Notwendige-Angaben.html

    Auf meinen Blog trifft die „4. Fallgruppe“ bzw. der darunter stehende „Hinweis für Blogger“ zu, da ich zum Teil „journalistisch-redaktionelle“ Artikel schreibe, obwohl ich damit keinen einzigen Cent verdiene. Zusätzlich ist auf der Startseite meines Blogs eine Zwangswerbung des Providers geschaltet, da ansonsten eine riesige Layer-Werbung eingeblendet wird, was ich meinen Leserinnen und Lesern natürlich nicht zumuten wollte!

    Die Gesetzeslage ist da leider ziemlich verschwurbelt formuliert, so daß man auf Blogs wie meinem ein komplettes Impressum führen muß, damit man einiger Maßen auf der sicheren Seite steht. 🙁

    Bloggende Grüße nun aus den dunklen Verliesen von TmoWizard’s Castle

    Mike, TmoWizard

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